Qualifizierung für antisemitismuskritische Bildung & Praxis
Start der Fortbildung: 10. April 2026
Verlängerung der Anmeldefrist bis 02. April 2026

Übersicht
Worum geht es?
Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Dem starken Anstieg antisemitischer Vorfälle im Nachgang des 7. Oktobers, die auch den Bildungsbereich vor Herausforderungen stellen, stehen nach wie vor nur wenige Angebote gegenüber, die das Thema fachlich fundiert und zielgruppengerecht aufgreifen.
Die umfangreiche Qualifizierung Reframe bildet zu diesem Zweck Multiplikator*innen für die antisemitismuskritische Bildungsarbeit aus. Die Teilnehmenden werden befähigt, im Anschluss selbst Workshops und Bildungsangebote durchzuführen. In einer Mischung aus theoretischen, didaktischen und pädagogischen Zugängen werden wir uns folgenden Fragen widmen:
- In welchen Formen kann Antisemitismus sich äußern?
- Wieso ist dieser anschlussfähig anunterschiedliche Milieus & Weltvorstellungen?
- Wie kann ich reagieren und sinnvoll mit unterschiedlichen Zielgruppen – von Kindern & Jugendlichen bis zu Erwachsenen – präventiv wirksam werden?
- Welche erprobten Umgangskonzepte & Methoden gibt es dafür?
Ziele & Abschluss
Die Qualifizierung verbindet Wissensvermittlung und Reflexion von Antisemitismus und seiner Wirkweisen mit einer Erprobung und Reflexion verschiedener Methoden, Konzepte & Herausforderungen der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit. Es werden gemeinsam Möglichkeiten erarbeitet, wie die Teilnehmer*innen mit pädagogischen Mitteln auf Antisemitismus in ihren jeweiligen Kontexten reagieren können.
Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat bestätigt. Nach der Qualifizierung besteht die Möglichkeit, bei Interesse als Teamer*in in schulischen und außerschulischen Bereichen tätig zu sein.
Wer kann teilnehmen?
Multiplikator*innen aus verschiedenen Feldern, z.B. politische Bildner*innen, Studierende, Lehrkräfte, Fachkräfte der sozialen Arbeit, aber auch zivilgesellschaftlich und ehrenamtlich Engagierte sowie alle Interessierten, die sich vertieft mit Antisemitismus sowie Möglichkeiten der Prävention auseinandersetzen möchten.
Wann & Wo?
Universität Oldenburg & andere zivilgesellschaftliche Orte in Oldenburg
Freitags: 15-19 Uhr
Samstags: 11-16 Uhr
Ablauf
10.04. Einführung & Kennenlernen
11.04. Vom christlichen Judenhass zum Antisemitismus & Projektwerkstatt
24.04. Moderner Antisemitismus
25.04. Ronja Roßmann: Was haben Antisemitismus und Verschwörungserzählungen mit einer falschen Wahrnehmung der Gesellschaft zu tun?
15.05. Sebastian Salzmann: Überlegungen zur Didaktik in der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus
16.05. Shoah, Schuldabwehr & Nachwirken des NS mit Ausstellungsbesichtigung Oldenburg im Nationalsozialismus bei Werkstattfilm e.V.
29.05. Begegnungsprojekte und Betroffenenperspektiven mit Meet a Jew
30.05. Mideast Freedom Forum: Antisemitismus vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts
03.07. Psychologische & emotionale Aspekte des Antisemitismus
04.07. Antisemitismus in Social Media & Methodenwerkstatt
17.07. Vertiefung: Auseinandersetzung mit weiteren didaktischen Herausforderungen
18.07. Reflexion & Praxisausblick
Änderungen am Programm sind noch möglich.
Mitwirkende Expert*innen
Sebastian Salzmann ist Koordinator des Präventionsbereichs der Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus (SABRA) in Düsseldorf, wo er regelmäßig an Schulen und für andere Zielgruppen Workshops zum Thema Antisemitismus gibt. Er war außerdem an einer Studie in Nordrhein-Westfalen beteiligt, in der Schulunterricht zum Thema Antisemitismus systematisch beobachtet wurde.
Meet a Jew ist ein Begegnungsprojekt des Zentralrats der Juden, das nichtjüdischen Menschen jüdischen Alltag und Lebenswelten näherbringen soll. Ziel ist, dem abstrakten Bild des Juden entgegenzuwirken und authentische jüdische Perspektiven in den Vordergrund zu stellen.
Mideast Freedom Forum ist eine Berliner NGO. Sie entwickelt und realisiert seit vielen Jahren Fortbildungskonzepte zum israelisch-arabischen Konflikt, zu Antisemitismus und Rechtsextremismus. Mit ihren Workshops sind sie in Schulen und Lehrer*innenkollegien in ganz Deutschland präsent.
Ronja Roßmann beendet derzeit ihren Master in Philosophie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Sie gibt Workshops und hält Vorträge in den Themenfeldern: Kritik der politischen Ökonomie, materialistische Antisemitismuskritik und soziale Bewegungen.
RABULO e.V. Der Verein arbeitete in der Vergangenheit zu Themen wie Menschenrechtsbildung, interkulturelle Kommunikation und Philosophieren mit Kindern. Seit 2019 liegt der Schwerpunkt auf Bildungsarbeit gegen Antisemitismus. Die Organisator*innen der Qualifizierung sind u.a. in der politischen Bildung und der antisemitismuskritischen Bildung und Beratung tätig.
Information & Anmeldung
Regionale Arbeitsgemeinschaft Bildung und Lernen Oldenburg e.V.
Organisation: Danielle Duvdevani, Ulrich Mathias Gerr
Email: reframe@rabulo.de
Bei der Anmeldung (per E-Mail oder Anmeldeformular) bitte die aktuelle Tätigkeit und das Alter mit angeben. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Teilnahmegebühr: 15 €
Anmeldung bis: 02. April 2026
Flyer
Alle Informationen zur Reihe gibt es auch in einem Flyer als PDF zum Download.
Unterstützer*innen
Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung des Projekts durch:


Design: Greta Staufenbiel