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‚Technik verbindet‘ – Kooperationsprojekt für Geflüchtete

Technik verbindet – Kooperation zwischen RABULO und der KVHS Ammerland

Anfang September ist der Anteil des RABULO e.V. am Projekt ‚Technik verbindet!‘ zu Ende gegangen.

Seit dem Frühjahr hatte dort ein Kurs in Kultureller und Interkultureller Bildung stattgefunden.

Technik verbindet – Abschlussfoto September 2017

 

In der ersten Zeit nach ihrer Ankunft in Deutschland für viele Geflüchtete die Klärung ganz grundlegender Bedürfnisse im Fokus: Wohnen, Essen, die Situation der eigenen Familie. Die meisten träumen dabei immer noch von Dingen, die für viele Normalität erscheinen: eine einfache Arbeit finden, nicht abgeschoben zu werden, mit der Familie zusammenbleiben zu können.

Nach diesem Grundlegenden rückte für viele das Lernen der deutschen Sprache immer mehr in den Fokus.  Das geht für viele nicht so schnell wie sie es sich vielleicht einmal erhofften. Die Gründe dafür liegen selten an der mangelnden Bereitschaft zu Lernen. Vielmehr ist es so, dass die Kurse oft sehr schnell durchgezogen werden, um schnellstmöglich das begehrte Level des europäischen Referenzrahmens zu erreichen, dass Voraussetzung für eine Ausbildung oder den Berufseinstieg ist. Das eigentliche Ziel – das gründliche und selbstmotivierte Erlernen der Sprache – tritt so in den Hintergrund. Ein andrer Grund ist die große, oft fast hermetische, Trennung zwischen Geflüchteten einerseits und dem Rest der Bevölkerung andererseits. Das Erlernen einer Sprache findet aber immer nur im aktiven Sprechen der Sprache statt. So erscheint es so, als ob viele sozusagen die theoretische Führerscheinprüfung absolvieren lernen ohne jemals ins Auto steigen zu können – und hinterher dann Kurierfahrer werden wollen und sollen. Es dürfte jedem einsichtig sein, dass das nicht funktionieren kann.

Präsentation einer Gruppenarbeit

Neben den Grundbedürfnissen und dem Sprachenlernen haben die Geflüchteten in dem Projekt „Technik verbindet“, dass die Kreisvolkshochschule Ammerland organisiert, die Möglichkeit, in verschiedenen Kursen, wie etwa Theaterpädagogik, die Möglichkeit für eine vertiefte Bildung. Das Ziel ist, dass die Teilnehmende am Ende eine Souveränität erlangen, die es ihnen ermöglicht ein selbstgestaltetes Leben in einem für sie neuen Land zu führen, mitsamt einer dafür geeigneten Arbeit. Erschwert wird alles natürlich dadurch, dass für viele ihr Aufenthaltsstatus so ungewiß ist. Trotz dieser Ungewissheit war die Gruppe, mit der wir zusammenarbeiten durften, mit einer enormen Motivation dabei. Es gibt natürlich große Sprachprobleme – es ist ja ein langjähriger Prozeß, eine neue Sprache, besonders eine so schwere wie die Deutsche es ist, zu lernen. Aber am Ende sind diese Probleme immer lösbar. Es dauert vielleicht etwas länger, aber am Ende ist es kein unüberbrückbares Problem.

Im Projekt verbanden wir mit vielen handlungsorientierten Übungen die biographischen, oft sehr schmerzhaften Erfahrungen der Teilnehmenden mit einer Reflektion der Bedeutung von interkulturellen Begegnungssituationen. Die Erkenntnis, dass man einen Raum dafür schafft, voneinander zu lernen, anstatt dass nur der eine den anderen belehrt, hat sich dadurch einmal mehr bewahrheitet.

 

Standbildübung – Work in Progress

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