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Wieso, weshalb, warum …

… »wer nicht fragt, ist dumm.« So erklingt von Zeit zu Zeit das bekannte Sesamstraßen-Lied mit einer zugespitzten Formulierung aus dem Kreis der Kinder, mit denen ich derzeit in der Grundschule Staakenweg philosophiere. Dass Kinder beeindruckende Philosophen sind, erlebe ich dort nicht zuletzt in Äußerungen wie: „Der Stein kann sich nicht bewegen, weil er keinen Geist hat.“ Ich versuche demgemäß, den Kindern Zugänge zum Philosophieren zu ermöglichen, indem ich Freiraum schaffe für ihr ganz natürliches Staunen, Fragen und Rätseln. Diese Entdeckungsreise durch das Leben, in das Land der Fragezeichen, hat ihren Start- und Endpunkt in der Erfahrungswelt der Kinder. Diese maßgebliche Ausrichtung an den Neigungen, Interessen und Wünschen der Kinder findet sich auch in meiner Rolle wieder: Ich begleite nur und moderiere die initiierten Gespräche. Grade in Form dieser verbalen Interaktion entwickelt sich letztlich eine demokratische Kultur der Auseinandersetzung. Es gilt vorrangig, für die eigene Meinung nach guten Gründen zu suchen und eben diese innerhalb der Gruppe untereinander abzuwägen. Diese Suche nach erhellender Erkenntnis führt zu Offenheit, Respekt und Toleranz gegenüber anderen Ansichten. Insofern sich selbst und gleichzeitig das scheinbar Selbstverständliche kritisch zu hinterfragen, ist das Potenzial des Philosophierens: Was steckt dahinter? Wie könnte es noch sein? Wieso, weshalb, warum…?

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